Stressfaktoren für Mitarbeiter reduzieren

Wusstest du, dass die durchschnittliche Dauer psychisch bedingter Arbeitsunfähigkeit knapp 40 Tage beträgt und somit die Krankheit mit der längsten Arbeitsunfähigkeit ist – dreimal so hoch wie bei anderen Erkrankungen mit 12 Tagen?!  Gerade kleine und mittlere Unternehmen trifft es besonders hart, wenn eine oder sogar mehrere Arbeitskräfte ausfallen, aber auch für große Unternehmen sind die Kosten immens. (Quelle: BKK Gesundheitsreport 2017) 

Diese Zahlen sind leider nicht falsch. Darum bieten wir praktische Hilfe für persönliche Gespräche, wenn es darum geht, dass sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber den Arbeitsstress so weit wie möglich reduzieren. 

Stressfaktoren bei der Arbeit

Wodurch geraten Menschen unter Druck? Die Ursachen sind sehr subjektiv und individuell – je nach Person unterschiedlich. Dies hängt eng mit der persönlichen Situation, Persönlichkeit und  Mind-Set und der inneren Grundmotivation zusammen. Es gibt aber Faktoren, die seit 2012 die Liste* der Spitzenreiter für Stressfaktoren unverändert anführen:

  1. Multi-Tasking – gleichzeitiges Betreuen verschiedener Arbeiten
  2. Starker Termin- und Leistungsdruck
  3. Ständig wiederkehrende Arbeitsvorgänge
  4. Störungen und Unterbrechungen der Arbeit
  5. Hohes Arbeitspensum, bei dem sehr schnell gearbeitet werden muss
  6. Change – Konfrontation mit neuen Aufgaben/ neuen Arbeitsweisen
  7. Identifikation – die Übereinstimmung zwischen Aufgabe und/ oder Umgebung schneiden schlecht ab.

Stressfaktor Konflikte

Spannungen oder Konflikte zwischen Kollegen oder zwischen Mitarbeiter und Führungskraft. Die Menschen sprechen nicht „dieselbe Sprache“, verstehen sich nicht gut und haben unterschiedliche Erwartungen aneinander. Die Folge: schlechte Team-Performance, Arbeitsklima und Zusammenarbeit.

So reduzierst du Stressfaktoren u.-ursachen für deine Mitarbeiter

  • Ins Gespräch gehen (und bleiben!) mit deinen Leuten. In regelmäßigen Abständen. Plane dafür Zeit und investiere in diese.

Wichtig! Verwende bei tiefer gehendem Bedarf Tools, um mehr Einblick in die Motive der Menschen zu erhalten: Denn wie du diese Entwicklungen fördern kannst, hängt von der einzigartigen Kombination von Qualitäten, Motivationen und der persönlichen Situation der Menschen ab. Als Arbeitgeber ist es daher wichtig, dass du darüber weiter im Gespräch bleibst.  Für Menschen, die die gelbe oder orange Motivation bevorzugen, kann dies zu Demotivation und Arbeitsstress führen, wenn sie ihre Kreativität, ihre analytischen Fähigkeite, ihr strategisches oder ergebnisorientiertes Denken zu wenig einsetzen können. Du solltest diese Mitarbeiter weiterhin herausfordern, um sie „an Bord“ zu halten.

Persönlichkeit, Mind-Set und Motivation – unsere Dynamik zeigt sich durch die unterschiedlichen Anteile der verschiedenen Wertesysteme. Durch die Widerstände wird deutlich, was triggert dich emotional am meisten?

 

  • Ergründe, inwieweit deine Mitarbeiter die ihrer Position entsprechenden Verantwortlichkeiten tragen (können). Menschen können mehr tragen, als sie sollten.

Wir sehen zum Beispiel, dass Menschen, die das blaue Motiv bevorzugen, Verantwortung als sehr wichtig für ihre Arbeit empfinden und die Arbeit gut und gründlich erledigen wollen. Hier gibt es eine Falle, denn wann werden die Arbeiten wirklich abgeschlossen sein? Zu viel Verantwortung zu übernehmen, sehen wir regelmäßig bei Menschen, die das grüne Motiv bevorzugen. Aufgrund ihrer intrinsischen Motivation arbeiten sie menschenorientiert und fühlen sich so motiviert und verantwortlich, Menschen zu helfen, dass sie sich manchmal auf den zweiten Platz stellen. Und einige Mitarbeiter opfern sich sehr für ihre Arbeit auf, z.B. aus Loyalität gegenüber ihrer Führungskraft. Menschen, die das lila Motiv bevorzugen, reagieren besonders empfindlich darauf.

Als Führungskraft ist es ratsam zu wissen, dass solche Aspekte eine Rolle im Verhalten der Menschen spielen. Wenn du diese sichtbar machst, kannst du mit deinem Mitarbeiter auf coachende Weise an einer besseren Balance arbeiten.

Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen sich motivierter fühlen, wenn sie sich weiterentwickeln können.

  • Gewinne Einblick in die Dynamik von Persönlichkeiten und arbeite individuell. Wie stark ist die Identifikaiton mit ihrer Aufgabe? Was gibt ihnen Energie, was motiviert sie? Gibt es Raum, Bedürfnis und Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln?

 

  • Untersuche die Dynamik im Team. Schau dir die Aufgaben, Rollen und Verantwortlichkeiten der Menschen an. Ist die Zusammenarbeit in der Mannschaft noch gut? Oder ist hier Verbesserungsbedarf? Menschen mit einer Vorliebe für die rote Motivation können dazu neigen, in Situationen die Führungsrolle zu übernehmen und starke Maßnahmen zu ergreifen, was zu Spannungen im Team führen kann. Vor allem dann, wenn sie nicht die ernannten Führungskraft sind. Insbesondere Menschen mit grünem Antrieb reagieren empfindlich auf hierarchische Beziehungen. Und was ist mit Erfolgserlebnissen in Teams? Orange-getriebene Menschen konzentrieren sich darauf, Ergebnisse zu erzielen. Sie zeigen gerne ihren Erfolg, was die grün– und türkisfarbenen Menschen oft stört.

 

  • Wie ist die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern? Verstehen sich die Leute gut? Können sie beispielsweise durch gemeinsame Motivationen, gemeinsame Werte, gemeinsame Ziele und / oder gemeinsame arbeitsbezogene Interessen miteinander kommunizieren? Dann hast du einen guten Ausgangspunkt für Verbesserungen. Oder fehlen diese Links? Hol dir einen Blick unter die Wasseroberfläche mit unseren Analysen; sie zeigen, was gerade passiert, und du kannst Maßnahmen ergreifen, um Probleme zu diskutieren und eure Kommunikation zu verbessern.

 

Für eine bessere Balance zwischen Persönlichkeit, Aufgabe und Umgebung

Du siehst, es passiert viel zwischen Menschen und führt in der Zusammenarbeit schnell zu Konflikten. Neben den Stressfaktoren, sind die persönlichen Motivatoren und das individuelle Mind-Set verantwortlich dafür, ob und wie Stress als Belastung empfunden wird und ihr solltet euch unbedingt Zeit nehmen, diese gemeinsam zu betrachten, um daraus nachhaltige Veränderungen und Entwicklungen ins Leben zu rufen.

 

*) Der Stressreport Deutschland untersucht, in welchem Umfang Beschäftigte in Deutschland psychischen Anforderungen und psychischer Belastung in der Arbeit ausgesetzt sind – und woraus sie Kraft schöpfen.